Schneller, höher, weiter: Ubuntu 9.10 und Windows 7

Vor ein paar Tagen kam Microsoft mit Windows 7 auf den Markt, sicher nicht zufällig unmittelbar vor dem Erscheinen von Ubuntu 9.10 am morgigen Donnerstag. Man reagiert also inzwischen aufeinander. Canonical reagierte seinerseits mit dem Steigern von Beta auf Release Candidate.

Microsoft hat, so ist es allenthalben zu lesen, den dringend notwendigen Schritt vollzogen, ein vollkommen mißratenes Vista, das sich als absolute Bleiente entpuppt, hin zu dem zu verbessern, was man wohl eigentlich wollte. Das bald ein Jahrzehnt alte (ansonsten aber wunderbar funktionierende, muß auch mal gesagt werden) Windows XP wurde abgelöst von einem ressourcenvernichtenden Sicherheitsfanatiker, der den Benutzer ständig fragte, ob er das, was er gerade klar entschieden hatte, auch wirklich wolle – blöd fragen tat das alte auch schon, neu mußte man nur immer sein Kennwort eingeben, aber das schleift sich genauso ein und regt genausowenig zum nochmaligen Überdenken an. Plötzlich waren 2 GB Arbeitsspeicher nicht mehr Luxus, sondern pure Notwendigkeit, damit Photoshop und Office überhaupt ans Rennen kamen, dafür sah dann eben die Aero-Oberfläche so schick aus, wie die Linuxkonkurrenz das schon länger konnte. Windows 7 macht diese Einschnitte jetzt wieder wett, die Performance kommt zurück zum Anwender. Trotzdem mault der „Upgrade-Assistent“, ein Centrino-Grafikchipsatz oder eine Nvidia mit 265 MB Grafikspeicher wären ja wohl nicht das Wahre, um das noch schickere Aero anzusehen. Nun, für Ubuntu 9.10 reichen die Testrechner.

Auch Ubuntu liefert vor allem nochmals verbesserte Performance: Der Bootvorgang wurde deutlich verbessert, sein Start kann mit dem „Reaktivieren aus dem Ruhezustand“ von Windows konkurrieren. Das neue ext4-Dateisystem soll ebenfalls Verbesserungen bringen, ob die meßbar sind, bleibt abzuwarten. Ansonsten wurden Browser- und Open-Office-Version aktualisiert, und in vielen Details die Konsistenz verbessert (mit der Anwenderbefragung „100 Paper Cuts“ sollten möglichst viele, auch kleine Ärgerlichkeiten gefunden und beseitigt werden). Für den Anwender, auch den Power-User, der nicht ausdrücklich auf entweder das Microsoft-Office oder den Photoshop angewiesen ist, ist das System ansonsten seit ungefähr anderthalb Jahren (davor war das WLAN frickelig) vor allem eins: verfügbar, performant, und eine echte, freie Alternative. Und das wird auch morgen so bleiben.

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