Windows XP: Feuer im Schiff!

Es gibt sie noch, die Benutzer von Microsoft Windows XP, und zwar wohl auch noch Hunderttausende, Mittelständler, aber auch Konzerne, ganze Kommunen, allein fast hunderttausend Geldautomaten. Dessen Support läuft aber mit dem morgigen Patchday aus. Wer jetzt noch keinen kompletten Plan in der Schublade hat, muss über Notmaßnahmen nachdenken.

Wer seine Updates gemacht hat, sieht derzeit morgens beim Hochfahren zwei Warndialoge, einen von Windows und einen von der Antivirensoftware Security Essentials. Außerdem betroffen ist Microsoft Office 2003. Zunächst einmal kann man natürlich tief durchatmen: Es ist ein bisschen wie vor 14 Jahren beim Millennium Bug, wie schlimm es ab übermorgen werden wird, weiß man nicht wirklich. Man darf sicher annehmen, dass die Rechner am Mittwoch ganz normal starten werden. Die Antivirensoftware wird noch bis zum 14. Juli 2015 regelmäßig Virusdefinitionen erhalten. Und strikt gesprochen ist ja erst der 13. Mai der erste Patchday, an dem Windows XP nicht mehr berücksichtigt wird, und Hotfixes zwischendurch gibt es ja schon lange nicht mehr. Auch kann man sich anscheinend bei Microsoft Verlängerung kaufen, die britische Regierung gibt fünfeinhalb Millionen Pfund für ein Jahr aus, erhält dafür aber auch die Handlungsfähigkeit des ganzen Landes.

Doch ist es für jedermann sicher zu spät, einfach zu hoffen, es werde schon alles gut gehen. Genügend Hacker stehen in den Startlöchern, es ist zu lesen, sie hätten sich in der letzten Zeit schon Exploits „aufgespart“, um sie jetzt geballt auszunutzen. Es kann also sehr schnell sehr viel stürmischer werden als an irgendeinem normalen Tag.

Viel dringender als an irgendeinem normalen Tag gelten daher heute die drei großen Punkte:

  • Alle Updates aktuell halten,
  • Antivirensoftware und Firewall benutzen und aktuell halten,
  • Sichern, dass die Schwarte kracht.

Und sodann sollte man eigentlich tun, was die Ratten längst getan haben, und den löchrigen alten Kahn verlassen. Wenn es die Hardware erlaubt, neue Windows-Lizenzen beschaffen und installieren, wenn mit der Hardware kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, ist ein neuer Rechner fällig (und zumindest Kleinunternehmer mit Einzelplätzen müssen sich klarmachen, dass eine einzelne Windows-Lizenz ungefähr ein Drittel vom Preis eines ganz neuen Rechners kostet, der dann natürlich viel mehr auf dem Kasten hat als der alte). Und wer nichts investieren will, aber trotzdem eine zeitgemäße Grundkonfiguration kostenlos erhalten will, der sollte sich bei freien Betriebssystemen wie Ubuntu umsehen.

Wer sich an proprietäre Lösungen gebunden hat, an bestimmte Software, die nicht unter anderen Betriebssystemen oder Versionen läuft (wie z. B. die oben erwähnten Geldautomaten der Sparkassen), der sollte möglichst vom Netz gehen. Und sich Hilfe holen, die ihn bei der Migration unterstützt, wenn nicht mehr sofort, dann wenigstens bald.

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