Facebook, der Freundefinder und die Werbeaussagen

Über den Facebook-Freundefinder und den Datenschutz wurde schon viel geschrieben: Du gibst Facebook Zugriff auf deine eigenen E-Mail-Adreßbücher, scheinbar damit es herausfindet, wie viele Kontakte du auf Facebook wiederfinden könntest. Faktisch verschenkst du dabei deine komplette Datenbank, und Facebook geht als erstes alle die an, die es gerade noch nicht kennt und versucht, sie in deinem Namen für Facebook zu werben.

Klar, daß Marc Zuckerberg sich freuen würde, wenn jeder diesen Dienst unterschriebe. Deshalb findet man auch regelmäßig im Werbebereich rechts eine Empfehlung: „Thomas, probiere den Freundefinder aus“ – man mag sich an „Ruf! Mich! An!“ erinnert fühlen. Damit das personalisiert wirkt, hat Facebook gern behauptet, zwei deiner besten Freunde hätten das auch so gemacht, ein Testimonial also.

Nun habe ich ein paar Freunde, die sich ausgesprochen sicher sind, daß sie das nicht getan haben und nie tun würden, ein eher negatives Testimonial also. Ein weiteres Mal geschieht also das, was der Freundefinder selbst schon tut: Facebook setzt deinen Namen unter seine eigenen Aussagen, ob du diese magst oder nicht.

Unlautere Werbung nennen wir das in Deutschland. In Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, mag alles erlaubt sein, hier nicht. Das hat man wohl auch bei Facebook eingesehen – seit kurzem ist die Anzeige sehr viel neutraler gefaßt. Neu hat sie oben rechts auch ein Schließkreuz und kann ausgeblendet werden.

Update: Wer seine Werbebanner-Einstellungen ändern will: sie müssen so aussehen: Auf der Seite „Konto | Kontoeinstellungen | Facebook-Werbeanzeigen“ muß 2× „Niemand“ stehen, ganz oben und ganz unten. Beide Male speichern bitte…

Und nutzen tut es nichts, das sei auch noch hinzugefügt. Was auch ein besonderer Spaß ist: Wer diese Einstellungsseite aufruft, wird mit einem Popup begrüßt, man solle den „Gerüchten“ doch bitte keinen Glauben schenken. Nur böse Drittanwendungen würden so etwas tun wie genau das oben Gezeigte. Dazu nur eines: Ein Vierteljahr später ist der bösartige Freundefinder genauso aktuell wie im September.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.