Microsites: Sinn oder Unsinn der Totalerfassung

Mit der Kampagne „Privatpatient in …“ hat sich eine Krankenkasse etwas Lustiges ausgedacht: Plakate und Taxitüren Im Richtigen Leben gebucht, um auf ihre Web-Microsites für die jeweilige Stadt hinzuweisen.

Dabei wurden m. E. aber ein, zwei Fehler gemacht: Die Plakate mit einem Standardclipart eines ausgerollten roten Teppichs sind langweilig. Die Microsites sind noch gar nicht alle mit Inhalt belegt, einige gar noch nicht mal am DNS angemeldet, in der Agentur wird wahrscheinlich der für sündhaft teures Geld angeschaffte Grundcontent vom Praktikanten händisch auf die Domains repliziert. Die Domain ist zwar sprechend, aber langatmig. Und natürlich kann man sich noch so redlich bemühen, alle Städte zu buchen, man hat sie nicht alle. Ein Domaingrabber wird sich dann um die vergessenen Städte kümmern (z. B. Zwickau, Schwerin, Flensburg, Kaiserslautern, man scheint bei 100.000 Einwohnern abgeschnitten zu haben – Witten, das diese Grenze 2007 unterschritt, hat man aber noch mitgenommen), und die Kampagne schlägt dort ins Gegenteil um. Umlautdomains wie Düsseldorf oder Köln machen das Ganze doppelt aufwendig, sie wurden zwar mitgebucht, aber noch nicht weitergeleitet.

Natürlich wäre privatpatient-in-ihrer-stadt.de gar nicht gegangen. Aber vielleicht hätte man doch besser einen ganz anderen Ansatz gefahren.

Eine andere Kampagne zum Thema Microsites wurde im Übrigen noch nicht gefahren, obwohl sie sich m. E. dringend empfiehlt: Die kreativen Eigenmarken des Aldi-Konzerns (und ihre Pendants bei Lidl usw.) sind nicht belegt. Mühlengold, Milfina, Rio d’Oro… – einige Domains wurden längst gegrabbt, andere sind offen, keine wird von Aldi gehalten. Der Konzern neigt ja bekanntlich zur Sparsamkeit, aber hier verbaut er sich Chancen. Und das Kleingeld, das Micrositeserstellung kostet, hat man in Essen sicher übrig.

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