Photoshop Elements 8 vs. Picasa

Mit der Gesichtserkennung von Picasa hatte ich mich schon ausgiebig befaßt, da war es logisch, dasselbe auch mit der von Photoshop Elements, aktuell in Version 8, zu tun.

Diesmal ließ ich aber eine kleinere Datenbasis durchsuchen, nur den letzten Urlaub, und das war auch gut so, denn Adobes Software legt dem Benutzer jedes einzelne Bild zum Abnicken vor – auch die, in denen es gar keine Gesichter identifiziert hat. Das hat seinen Grund, denn es gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die Gesichter selbst zu wählen, die der Blechtrottel gänzlich übersehen hat, es bedeutet aber auch, sich durch Serien von Landschaftsbildern mühsam mit „weiter… weiter“ durchklicken zu müssen.

Für die Gesichter, an denen er sich lernend verbessert, hat Photoshop eine gestaffelte Eingabemöglichkeit: Begonnen wird mit „wer ist das?“ und einem Freitextfeld, wenn das Programm noch gar keine Ahnung hat. Kennt es schon ein paar Menschen und glaubt, daß diese in Frage kommen könnten, steht unter dem Freitextfeld „Christian/Lisa“, und man kann einen der beiden Namen anklicken, wenn er zutrifft, idealerweise den ersten, denn die Reihenfolge hat die Gesichtserkennnung schon mit Bedacht gewählt. Später ist sie sich dann recht sicher und fragt tatsächlich „ist das Lisa?“ mit Ja/Nein-Feldern dahinter.

Da hier jedes Gesicht vom Nutzer bestätigt werden muß, gibt es keine Fehler 2. Ordnung wie bei Picasa, das ständig versuchte, mir den ganzen Kindergarten als Tochter unterzuschieben. Es gibt aber auch hier Vorschlagsirrtümer 2. Ordnung, also kleine Rähmchen mit „wer ist das?“ dran, die auf Dachziegel, Ellenbogenbeugen, Knie zeigen, und zwar sehr viel mehr als bei Picasa. Klickt man das Rähmchen dann weg, muß man jedesmal noch die lästige Frage „soll Photoshop diese Person in Zukunft ignorieren?“ bejahen. Gesichter, die nicht in die Kamera gucken, werden vom Photoshop praktisch durchgängig ignoriert, Picasa ist da sehr viel weiter in seiner Fähigkeit, sich an Profilen und Halbprofilen zumindest zu versuchen.

Klar ist, daß Photoshop Elements nicht nur aus dem Organizer besteht, und der Organizer nicht nur aus Gesichtserkennung. Tags, Alben, Stapel, automatische Analyse auf Bildqualität („Smart Tags“) – der Organizer hat einiges drauf. Und der Editor sowieso, der „kleine Photoshop“ reicht längst nicht nur für den Hausgebrauch. Speziell für den sind aber die meisten Verbesserungen, denn die Zielgruppe sind eben nicht Anwender, die ein dickes Buch oder gar eine Schulung dazu wollen, sondern solche, die die gängigsten Funktionen auf einen Mausklick hin finden wollen.

Und ein wichtiges Schmankerl: Mit der Taktfrequenzanforderung von 1,6 GHz (die hat ein Atom) und vor allem der vertikalen Pixelzahl von 576 Punkten (früher 768) paßt die Software zu den immer weiter verbreiteten Netbooks, auf denen sich frühere Versionen einfach nicht installieren ließen. Will man flüssig arbeiten, schadet es aber sicher nicht, einen schnelleren Prozessor und eine größere Arbeitsfläche zu haben. Im Adobe Store kostet der Photoshop Elements 81/99 EUR (Vollversion vs. Update; updateberechtigt ist z. B. auch die alte, kostenlose Software Photoshop Album Starter Edition, offiziell ausgelaufen, aber, wie Google weiß, noch vielerorts herunterzuladen), bei Amazon 68/76 EUR. Merkwürdigerweise hat aber Amazon selbst die Produkte noch unter „bald verfügbar“ stehen, obwohl sie doch schon seit dem 23. September veröffentlicht sind.

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