Poken: virtuelles Händeschütteln Im Richtigen Leben

Ein kurzer Blick auf die bunten Plastikfiguren mit den vierfingrigen Händen genügt: Poken können ja wohl nichts für ernsthafte Geschäftsbeziehungen sein, oder? Und tatsächlich wurden die kleinen Gesellen von einer eher spaßorientierten Community, Bloggern, Twitterern und Social Networkern geschaffen.

Poken

Ihr Zweck ist aber ein absolut Nützlicher: Sie helfen bei der Kontaktverwaltung  Im Richtigen Leben, also beim Sortieren des manchmal umfassenden Stapels von Visitenkarten, den eine Messe, eine größere Konferenz oder auch nur eine Projektbesprechung mit mehreren Firmen schnell mit sich bringt. Statt Visitenkarten auszutauschen, von denen man hinterher rätselt „wer war jetzt der?“ und keine Visitenkarte zu finden von der Person, die einem als wirklich wichtig im Gedächtnis geblieben ist, werden Poken einfach nur gegeneinander gehalten, synchronisieren sich, und später am USB-Port des Rechenknechts eingestöpselt, verwalten sie die Kontakte über ein Webinterface. So kann man viele Menschen (64 in einer Session) treffen und hinterher entspannt alles auswerten.

Nur eins gibt es derzeit tatsächlich noch nicht: ein seriöses Poken. Elvis, ein dreiäugiges Alien, ein Voodoo-Schädel oder ein Bienchen, ein Schnullerbaby das unerklärlicherweise auf den Namen „Piggy“ hört – eine Berührung mit der Welt der Anzugträger ist wohl nicht gewollt. Also bleiben dem Geschäftsmann nur zwei Möglichkeiten: weiter Papierschnipsel zu sammeln, oder ein bißchen seine seriöse Deckung fallen zu lassen. Das Baby hängt jetzt jedenfalls an meinem Handy.

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