Platz für Helden (KiKa)

Manöverkritik ist für einen Webdesigner eine schwierige Sache. Natürlich sieht er auf jeder Seite, über die er surft, nur das „das kann ich besser!“ und übersieht dabei, was er selbst erst gar nicht hingekriegt hätte. Und natürlich gibt es dankbares Futter, Websites, die wirklich ausnehmend schlecht sind, da es ja eben keine Mindestqualifikation für Webdesigner, keinen Standard gibt. Unter dem Stichwort „Nephew Art“ faßt der Webdesigner ironisierend Websites zusammen, die so aussehen, als ob der dreizehnjährige Neffe des Ehemanns der Schwester des Nachbarn sie gemacht hätte – und nicht selten war es wohl auch so.

Andererseits gibt es wirklich schlecht gemachte Webprojekte, die es eigentlich nicht geben dürfte, weil erkennbar viel Geld hineingeflossen ist. Und nicht zufällig ärgert es mich besonders, weil sie von meinen zwangserhobenen Rundfunkgebühren bezahlt wurden.

Platz für Helden

Bei Platz für Helden muß ich zunächst explizit betonen, daß sich meine Manöverkritik nicht etwa auf das Projekt bezieht (Kinder und Jugendliche werden ermutigt, in Projekten Menschen in Not zu helfen), sondern eben auf die Websitegestaltung.

Der Platz für Helden wurde mit Drupal gestaltet. Bei seiner Pflege kommen schon mal inhaltsleere Seiten vor – peinlich, wenn sie sich auf die Sendung heute beziehen:

Die rechte Spalte ist natürlich viel zu lang, sie läuft bei inhaltsleeren oder auch nur inhaltsarmen Seiten unten raus.

In dieser rechten Spalte wird ein sog. „Heldenzähler“ angezeigt, ein fake counter, der ab Seitenaufruf einfach nur hochzählt – was er hochzählt, wird freilich nicht klar. Außerdem bleibt er im Firefox spätestens beim dritten Aufruf einer Unterseite stecken, im Internet Explorer stolpert er gar schon beim Start mit „Bitte aktualisiere deinen Flash Player Konnte keinen Flash Player ausführen“ (das ist einmal etwas Neues, man ist es ja gewohnt, daß Seiten nur für den IE optimiert sind, diese also gerade im Gegenteil…)

Ein Teil der Projekteseite ist eine Art Videoblog. Das überhaupt herauszufinden erfordert schon Phantasie, denn das Standbild, das zum Video verlinken soll, ist nicht als Link gekennzeichnet (Mauszeiger verändert sich nicht), es funktioniert aber zudem auch nicht – der Mediaplayer startet zwar, lädt aber kein Video.

Im sog. Forum stehen die Postings undatiert. Auch die Postings zu einem Projekt zu lesen ist gewöhnungsbedürftig, irgendwie hat man sich ja von den Blogs an „letzter Beitrag zuoberst“ (früher hämisch TOFU genannt) gewöhnt, aber eine abgeschlossene Geschichte erzählt sich dich besser von „es war einmal…“ hin zu „…und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“.

Wem diese Manöverkritik zu detailverliebt erscheint, der bedenke nochmals, als was sie gemeint ist: nicht als Rezension einer Website und ihrer Inhalte, sondern als Beobachtung eines Machers von Websites über das Machen einer anderen Website.

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